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SOZIALE SPALTUNG MACHT TERROR

SOZIALE SPALTUNG MACHT TERROR

Keine Bundesregierung hat je in so kurzer Zeit so weitreichende Einschränkungen des Ausländer – und Asylrechts erlassen wie die angebliche flüchtlingsfreundliche schwarz rote Regierung. Nach den Anschlägen von Paris will Deutschland nun mit der Türkei und der EU über „ Kontingente“ verhandeln. Merkel will das Wort „Obergrenze“ nicht in den Mund nehmen. Welchen Sinn haben sonnst Kontingente, wenn nicht den einer Begrenzung der Zuwanderung? Auch Erleichterung bei der SPD, Sigmar Gabriel sprach von einem „ Neustart in der Flüchtlingspolitik“.

So nun ist sie also offiziell hergestellt, die Verbindung zwischen Terror und den Flüchtlingen – diese Verbindung ist Falsch und Zynisch. Ist es schon deshalb, weil wir und die Flüchtlinge in den Islamisten die selben Feinde haben. Die Wut auf konservativer Seite ist so groß – über die „ungeregelte Zuwanderung“, „Flüchtlingschaos“, die „die rechtlosen Zustände“, die „deutsche Selbstaufgabe“ – mit einem Wort: über die ganzen Ausländer.

Frankreich wurde verwundet und will jetzt Genugtuung, so wie seinerzeit die USA, als sie sich am 11. September 2001 angegriffen sahen. Die Bomber über den Stellungen der IS, der Flugzeugträger vor der Küste Syrien – das sind Werkzeuge des Zorns, nicht solche der Vernunft. Die Wirkung wird im wahrsten Wortsinne verheerend sein: mehr Gewalt zeugt nur mehr Gegengewalt. Mehr Leid erzeugt nur Hass. Die Anschläge von Paris haben die meisten Menschen in Europa in einen Schockzustand versetzt. Einige aber, darunter Muslime, stellen sich die Frage, warum kollektive Anteilnahme mit den Opfern in Paris herrscht, die täglichen Opfer der IS in der Arabischen Welt nur marginal wahrgenommen wird. Jetzt müssen sich die Muslime in Europa kollektiv von den Anschlägen distanzieren und sich in jedem Land für die Anschläge des IS rechtfertigen und Entschuldigen. Mit Verunglimpfung und Verharmlosung kennt sich Deutschland jedoch besser aus. Bis heute hat sich kein Deutscher, oder offizieller Vertreter der BRD, für die 800 Opfer Rechtsradikaler Morde, die seit 1970 verübt wurden, entschuldigt. Geschweige denn eine rechtsstaatliche Aufklärung und Verurteilung der Täter angestrebt. Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte werden hingenommen. Die Gräueltaten des NSU konnten nur mit staatlicher Unterstützung solange durchgeführt werden. Bis heute verweigern staatliche Sicherheitsbehörden eine komplette Aufklärung.

Die schlimmsten Atavismen sind sehr lebendig. In der FAZ war zu lesen: Statt Willkommensgedöns sollten die Flüchtlinge „sobald sie nach Deutschland kommen, eine ganz andere Kultur kennen lernen: ohne Fleiß kein Preis“. Offenbar hält die FAZ die Flüchtlinge für Faul. Und Markus Söder von der CSU sagt, es sei zwar nicht jeder Flüchtling ein Terrorist: „Aber zu glauben, dass sich kein einziger Bürgerkrieger unter den Flüchtlingen befindet, ist naiv“.

Es gibt eine Ignoranz in Europa gegenüber Terror und Gewalt in anderen Teilen der Welt. Es mangelt an Solidarität und Anteilnahme. Es fehlt der Blick und die Empathie für die zivilen Opfer des „Krieges gegen den Terror“ in Syrien, Afghanistan und Irak oder des Wütens der IS in Syrien oder dem Irak. Und es gibt eine Doppelmoral in der Außenpolitik westlicher Länder.

Diejenigen die am lautesten schreien : „Paris ist schlimm, aber warum schaut ihr nicht nach Beirut, Aleppo oder Pakistan?“, sind oft die, die selber über Beirut Aleppo und Pakistan geschwiegen haben. Sie erinnern sich jetzt daran, weil sie ihre Augen vor der schrecklichen Realität verschließen.

Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist es an der Zeit, kritische Selbstreflexion zu betreiben. Auf die öffentliche und mediale Ignoranz gegenüber den IS- Opfern in der islamischen Welt kann man immer hinweisen. Zuerst sollte man aber schauen, was hier schief läuft und was man zum Nutzen aller Menschen besser machen kann.

Der Grund dafür, dass wir uns mit einer vernunftgeleiteten Suche nach den Ursachen von destruktiver Gewalt und von Terrortaten seit Jahren schwer tun, liegt darin, dass viele glauben, für internationale Taten wie jene von Paris könne es keine rationalen erklärbare Ursachen geben. Begründet wird dies entweder mit der krassen Amoralität derartiger Taten, die jeden Erklärungsversuch selbst zu einem amoralischen Unterfangen machen. Joachim Bauer, ist Neurowissenschaftler und Psychiater, er ist Autor des Buches „Schmerzgrenze“ und beschäftigt sich mit den Ursachen von Gewalt. Soziale Akzeptanz ist eine derart stark ausgeprägte menschliche Grundmotivation, dass Menschen bereit sind, Böses zu tun, nur um zugehörig zu sein.

Wir leben in einer medial komplett vernetzten Welt. Daher wird überall da, wo Menschen Armut erleben, diese zugleich immer auch im Angesicht großen Reichtums erlebt. Studien zeigen einen linearen Zusammenhang zwischen der Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen einerseits und Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner andererseits. Wir brauchen ein neues Nachdenken über das stärkste Antidot gegen Globalen Terrorismus: globale Gerechtigkeit und ein Ende all dessen, was in vielen Ländern auf diesen Planeten als Ausbeutung und Demütigung erlebt wird.

Das menschliche Gehirn reagiert auf soziale Ausgrenzung also ähnlich wie auf körperliche Angriffe. Daher erhöht nicht nur zugefügter körperlicher Schmerz die Aggressionsbereitschaft, sondern auch Ausgrenzung oder Demütigung.

Sven Bohl

Quelle: Joachim Bauer, http://www.psychotherapie-prof-bauer.de/

Jakob Augstein- der Freitag, https://www.freitag.de/autoren/jaugstein

Amoralität : http://www.duden.de/rechtschreibung/Amoralitaet

Antidot: http://www.duden.de/rechtschreibung/Antidot

Atavismen : https://de.wikipedia.org/wiki/Atavismus

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