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HEIMAT IST NICHT PRORESSIV

HEIMAT IST NICHT PRORESSIV

Heimat, dieser Begriff ist umgangssprachlich positiv besetzt. Er klingt harmlos – und genau deswegen taucht er immer wieder auf, wenn sich Rechtsradikale moderat präsentieren wollen. In ihrer Definition vereint er die Grundannahmen aller rechten, völkischen Ideologien, wonach nicht das Individuum als frei handelbares Subjekt im Mittelpunkt steht, sondern eine angeblich abgeschlossene, homogene und schicksalhafte Gemeinschaft, der sich der einzelne Mensch unterzuordnen habe. Zum Feind wird auch wer den Fetisch um die Heimat ablehnt: Der neurechten Ideologie zufolge sind dadurch auch die gefährdet, die ihre Heimat gar nicht verlassen. So gehe es etwa in der Flüchtlingsfrage „nicht allein darum, wo fremde Menschen überall leben dürfen“, sondern „das Heimat loswerden der Fremden und unsere eigene Entwurzelung“ seien Themen, die zusammengehören. Einwanderung wird als Bedrohung dargestellt, weil dadurch das Prinzip der starren Verwurzelung von Mensch und Heimat aufgehoben werde. Daraus folgen die Neurechten: „Wir befinden uns also auf dem Weg in eine Gesellschaft, die unbegrenzte Flexibilität von jedem fordert. Niemand soll mehr eine Heimat haben.“ Nach dieser Logik gilt: Wer sich einmal von seiner Heimat löst, kann keine neue mehr finden.

Heimat ist nicht zukunftsgewandt, sondern sondern immer rückwärtsbezogen. Der Status der Heimatvertriebenen wird sogar über Generationen weitergereicht.

Foto Sven Bohl

Je schlimmer es um einen Menschen bestellt ist, je brüchiger sein Selbstgefühl ist, desto nötiger hat hat sie oder er Heimatgefühle, Soziologen sprechen dann: „von einer Plombe für das Selbstgefühl:“

Die Konstruktion von echter Bodenständigkeit und diffusen Heimatgefühlen als politischer Wert kann auch zum Einfallstor für Antisemitismus werden, nämlich wenn die natürliche Heimat, die schicksalhafte Verwurzelung des Menschen, als Gegenkonzept zu demjenigen aufgebaut wird, der überall in der Welt zu Hause ist. All diese Vorurteile gegen den Heimatlosen, den Kosmopolitischen und das „ raffende Kapital“ sind bis heute vor allem im Antisemitismus heimisch. Der Idee einer einzigen unveränderten Heimat widerspricht auch der Schriftsteller Klaus Theweleit, der anmerkt, dass mehrfache Identitäten „Immer zu mehr sozial Kompetenz“ führen wird.

Foto Sven Bohl

Eine Diskussion darüber, wie das alte und sehr deutsche Konzept Heimat progressiv besetzt werden kann, wie sie derzeit beispielsweise in der SPD geführt wird, löst kein einziges Problem. Sinnvoller wäre es zu erörtern, wie noch mehr Menschen in Verhältnissen leben können, in denen sie zu starken Individuen reifen, die sich ihrer selbst bewusst und offen gegenüber neuem sind – und keine diffusen Gefühle benötigen, um sich notdürftig eine Identität zu konstruieren. Ängste vor Fremden und Sehnsucht nach Heimat in der Bevölkerung ernst zu nehmen bedeutet nicht, sie einfach zu legitimieren oder sich von ihnen leiten zu lassen, sondern zu analysieren, was deren Ursachen sind. Heimattümelei und Identitätsbildung durch Ausgrenzung sind in der Rechten beheimatet. In der Linken sollte hingegen praktische progressive Politik, Offenheit so wie Bereitschaft, sich stets zu verändern, zu Hause sein.

Sven Bohl

Quelle: Patrick Gensing: http://publikative.org/

Klaus Theweleit:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/klaus-theweleit-ueber-sein-buch-das-lachen-der-taeter-13498074.html

Neurechte: https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte

Kosmopolitisch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmopolitismus

Progressiv: https://de.wikipedia.org/wiki/Progression#Progressiv

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