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BRIEF AN DIE HEUCHLER

BRIEF AN DIE HEUCHLER

Politiker und Kommentatoren tun so, als hätten sie den Ansturm der Menschen nach Europa überrascht.

Denn die Berichte über das Voranschreiten der Wüsten in der gesamten Sahelzone, über Landgrabbing in vielen Regionen Afrikas, über Waffenlieferungen im großen Stiel seitens der Rüstungskonzerne und führenden Länder der Nato und nicht zuletzt die Angriffskriege im Nahen Osten hätten uns schon früh auf die kommenden Fluchtbewegungen hinweisen müssen. Fast die gesamte Region von der Westsahara bis zum Horn von Afrika ist inzwischen ein einziges Bürgerkriegsgebiet. Immer wieder holen wir das dümmliche Mantra „ Wir können doch nicht alle aufnehmen“. Im übrigen haben die Konflikte in Syrien auch einen ökologischen Hintergrund- das Land hat eine schreckliche, fünfjährige Dürreperiode hinter sich. Wir sollten also auch darüber reden, was wir gegen den Klimawandel tun müssen, handeln müssen.

Foto Sven Bohl

Wer das Handeln und Agieren der Bundes- und Europapolitik unter die Lupe nimmt, zweifelt an der Ernsthaftigkeit Krisen zu lösen. Eine aktuelle Analyse des Instituts für Welternährung zeigt auf, wie schönfärberisch die gegenwärtige Entwicklungspolitik der Bundesregierung ist.

„ New Alliance for Food Security and Nutriton“ ist ein Bündnis aus den früheren Industriestaaten mit den Multinationalen Konzernen der Agrar-, Chemie- und Lebensmittelindustrie ( Dupont, Danone, Monsanto, Nestle, Syngenta, Unilever). Ihre Wirtschafts- und Entwicklungspolitik verstärkt jedoch die Flucht. Denn der Strukturwandel in der dortigen Landwirtschaft ( industrielle Massenbewirtschaftung unter der Kontrolle internationaler Konzerne) , wird unzähligen Kleinbauern ihre Existenz beraubt. Die Folgen kann man seit Jahrzehnten beobachten: die Landbevölkerung strömt in die Städte, landet in den Slums und findet kaum ein Auskommen. Sie ist entwurzelt und entrechtet. Nach Schätzungen des Instituts für Welternährung wird dies von der Bundesregierung unterstützte Politik in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Kleinbauern in Afrika vertreiben!

Würde die Bundesregierung nicht die Flucht, sondern die Fluchtursache bekämpfen, könnten wir die falsche Entwicklungspolitik sehr leicht ändern.

Foto Sven Bohl

Stattdessen tun wir so, als seien wir überrascht worden vom Ansturm der Menschen, die sich vom Klimawandel, Gewalt und sozialer Unterdrückung zu retten versuchen.

Politik, Medien und Gesellschaft haben relativ schnell die richtigen Verbrächer ausgemacht. Die Schlepper sind die waren Bösen und sollen wenigstens militärisch bekämpft werden, damit die Flüchtlinge möglichst keine Chance haben, zu uns zu gelangen, damit sie zu ihrem eigenen Wohl in ihrem Heimatland bleiben und dort verhungern, verdursten oder erschossen werden.

Als die Schlepper (gegen Geld) zur Flucht über den Eisernen Vorhang verholfen haben, galten im allgemeinen als Helden. Auch in der neoliberalen Theorie ist die Geldgier ein Segen, die zur gesunden Konkurrenz führt, weil jeder gegen jeden um den besten Platz und das dickste Konto kämpft.

Wo ist eigentlich der moralische Unterschied zwischen dem Konzern der seine Arbeiter ausbeutet und dessen Tod billigend in kauf nimmt und einem Schlepper, der den Tod der Flüchtlinge in kauf nimmt? Die öffentlichen Heuchler werden an dieser Stelle aufschreien oder schweigen.

Sven Bohl

Quelle: Ilija Trojanow, Taz und SZ

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2505734/Die-Anstalt—Politsatire-mit-Uthoff..

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/suche/die%20Anstalt

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