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HUNDERT JAHRE UND NICHTS GELERNT

HUNDERT JAHRE UND NICHTS GELERNT

Hundert Jahre und nichts gelernt!

Am 04. August 1914 stimmte Hugo Hasse für die SPD mit Ja, für die Kriegskredite und den Krieg des Kaisers. „Wir werden das Vaterland in der Stunde der Gefahr nicht allein lassen“ Diese Entscheidung Veränderte die Geschichte Europas nachhaltig, sie ebnete den Weg von Hitler, von Leid, Vernichtung und Tod. Was folgte: Hunger, DDR, Wiedervereinigung! Ohne Hitler hätte es keine Sowjetzone und ohne das Diktat von Versailles hätte es keine braune Diktatur gegeben.

Verrat war die Vokabel für das Ja der SPD zum Krieg, der die Lager letztendlich spaltete. Das letzte, harmlose Echo dieses Bruderkriegs ist 2014 das gestörte Verhältnis von SPD und Linkspartei. Nicht nur Rosa Luxemburg sagte Nein zum Krieg und wurde aus der SPD ausgeschlossen, sondern auch Eduard Bernstein, Theoretiker des Reformismus, wechselte zur kriegskritischen USPD. Die Junius-Broschüre ist eine gewaltige Polemik gegen den Burgfrieden der SPD, deren Führung die Kriegsgegner verfolgen lässt. Am Ende entsteht die USPD, nicht aus Abspaltung sonden sie werden als kleiner Haufen aus der Partei geschmissen.

Lenin: „Mann muß sich den Massen rechtzeitig als Kriegsgegner und Antiimperialist bekannt machen, damit sie eine Hoffnung auf Widerstand haben“. Eine einfache Lehre, die man den Kräften der Parteien, die heute an der Macht sind, nicht oft genug vorlegen kann.

Am 16. Mai 1916 ist Luxemburg auf dem Potsdamer Platz, als Liebknecht in die Menge brüllt „ Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung!“ Seine Verhaftung kann nicht verhindert werden.

Diese Politik und die Unterstützung des Krieges des Kaisers ist die Schattenseite der SPD-Erfolgsgeschichte vom Aufstieg der Arbeiterbewegung ins Kleinbürgertum. Dies ist der SPD sehr peinlich, daran erinnert zu werden, auch noch nach 150 Jahren. Schröder hat zuletzt, zusammen mit Fischer die Vergangenheit der Sozialdemokratie aufgebrochen.

Heute unter dem Jubel von Liberalen und Konservativen, so auch 1914. Die bürgerlichen Fraktionen, Zentrum, Liberale und Konservative applaudierten frenetisch im Reistag 1914, als am 04. August, Hugo Hasse die Entscheidung verkündete.

Es ist für mich sehr beeindruckend über eine vergangene Zeit zu lesen und zu schreiben. Die Zusammenhänge verstehen fällt immer noch schwer, aber zu verstehen, dass es anders gekommen währe, ist beeindruckend. Das damals wie heute immer wider konservative Mächte im Hintergrund die Fäden ziehen ist um so bemerkenswert.

Im Februar 1969 legitimierte die Bundesregierung der BRD, mit dem Bulletin, den Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Mit diesem Bekenntnis gab man der Nazi-Diktatur mit samt seiner Verbrechen einen politischen Rahmen. Am 18. April 1962 deckte der Spiegel „Ich ließ Luxemburg richten“ die Geschichte auf. Waldemar Pabst, der bis dahin unbehelligt lebte, wurde in seiner Düsseldorfer Wohnung aufgespürt und interviewt. Zu dem Mord verweigerte Pabst immer die Aussage. Nach seinem Tod fand man in seinem nachlas einen Brief, Pabst schrieb: Ich hätte diese Aktion ohne Zustimmung von Noske nie durchführen können, nicht ohne Ebert und meine Offiziere schützten mich“.

Es kann also kein Zufall gewesen sein, dass sich in dieser Zeit die Studenten gegen das System stellten. An den Universitäten lehrten immer noch 60 Prozent der Professoren mit NS Vergangenheit. In Schulen, Behörden, in der Politik, überall wurden die Verbrächer geduldet statt vertrieben. Die Studenten bekamen kein Gehör im Gegenteil die Regierung ging mit Gewalt gegen sie vor. Es gab tote Studenten und viele gingen in den Untergrund. Die RAF ist geboren und bekämpft das „Schweinesystem“. Der Rest ist bekannt. Gelernt haben wir nicht daraus. Oder doch?

Fakt ist, es gibt immer mehr Populisten und Rechtspopulisten, nicht nur in der BRD sondern in Europa. In Schweden liegen die Rechtskonservativen nur bei 6.0 Prozent, in Norwegen aber schon bei 16 Prozent. In Dänemark ist die „Dansk Folkeparti“ mit knapp 12 Prozent an der Regierung beteiligt. In Spanien gibt es so gut wie keine Populisten 0,2 Prozent, In Frankreich (Front National) 14 Prozent und in England (BNP 2%, UKIP 3%). Aber so gut wie in jedem Land in Europa gibt es rechts- oder national Konservative, vor 10 Jahren wahren diese nicht so. Aber auch in Russland 12%, Ukraine 10% und Türkei 14 Prozent nehmen diese Zahlen bedrohliche Ausmaße an. In Deutschland tummelt sich nun eine neue Partei, die an Populismus seines gleichen sucht. Die AfD saugt jetzt schon ehemalige NPD Mitglieder in sich auf.

Es gibt natürlich nationale Varianten, aber grundsätzlich wird der Machtkampf im undurchsichtigen rechten Spektrum in ganz Europa ablaufen. Das Prinzip wird sich immer gleichen: „ein Land ein Volk“ gegen die „Multikulturelle Gesellschaft“, „Totale Unterordnung des Lebens unter die Profitlogik“, gegen die Interessen der Allgemeinheit.

Leider sind diese Aussprüche bis Tief in der Mittelschicht salonfähig und werden auch öffentlich kundgetan. Die antiseptische Haltung in der Gesellschaft, gegen eine multikulturelle Gesellschaft. Es gibt nur einen kleinen Teil in der Gesellschaft, die sich gegen Populisten und Nationalisten stellen!

Am 01. April 2014 fand der 100. Prozesstag im Verfahren gegen den National Sozialistischen Untergrund NSU statt. Das Mordtrio hat dreizehn Menschen ermordet. In diesem Prozess wurde auch bekannt wie der Staat BRD seine Nazis, als V-Leute, sehr gut bezahlte.

Hundert Jahre und nichts gelernt!

Sven Bohl

Quelle: Junge Welt, Taz, NachDenkSeiten, Geschichte wird Gemacht,

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