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Demokratie im Koffer. Treffen der Moderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung

Demokratie im Koffer. Treffen der Moderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung

Sie sind eine Art Reisende in Sachen Demokratie. Ihr wichtigstes Werkzeug ist in einem Koffer.

Moderatorenkoffer, Foto Andreas Schönefeld

Fordern sie um der Sache wegen mehr Partizipation in Schleswig-Holstein ein“ bittet Kommunalberater Klaus-Dieter Dehn.

Klaus Meeder, Sozialministerium SH (l) und Klaus-Dieter Dehn, Rechtsexperte im Einsatz für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung, Foto Andreas Schönefeld

Es war die beste Ausbildung, die ich hatte – gut für so vieles.“ Ausgezeichnet wurden in einem Festakt am 15.12. im Nordkolleg Rendsburg zwanzig Absolventen eines neuen Moderatorenlehrganges für Kinder- und Jugendbeteiligung. Es war gleichzeitig der Auftakt des diesjährigen Netzwerktreffens der schleswig-holsteinischen Beteiligungsmoderatoren. Seit 1998 trifft man sich zwei Tage lang zur Kontaktpflege, Fortbildung, weiteren Vernetzung und politischen Lagebesprechung. Einen Tag lang ging es um den bewussten Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung (Anti-Bias), am letzten Tag um die Bedeutung des § 47f der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung, der deutschlandweit Vorreiter ist und Kinder- und Jugendbeteiligung den Kommunen als Verpflichtung aufgibt. Zum Schluss wurde ein neues bundesweites Netzwerk für Kinder- und Jugendbeteiligung vorgestellt.

Das jährliche Treffen in Schleswig-Holstein ist eine Art Familientreffen, für viele eine Verpflichtung. Über 150 Moderatoren stehen mittlerweile auf der Verteilerliste von Klaus Meeder, aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes. Knapp 60 waren diesmal dabei, fünf davon aus der allerersten Ausbildung. Eine der neuen Jungmoderatoren betonte, die Faszination sei dieser bestimmte Geist, es ginge um eine Haltung. Für ihren Beruf und in vielen Bereichen könne sie gleich so vieles vom Gelernten anwenden.

„Wir hatten in einem Spielplatzprojekt ‚Platz da‘ festgestellt, Partizipation lohnt sich! und fragten, Trauen wir uns? Wann fangen wir an? Womit?“ so Fachdienstleiter, Michael Blanke, zuständig für Kindertagesbetreuung, Jugendförderung und Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg.

Michael Blanke, Kreis Herzogtum Lauenburg, Foto Andreas Schönefeld

Gefragt – getan. Der Kreis Lauenburg unterstützte die letzte, jeweils einjährige, Qualifikationsrunde. Aus dem Kreis wurden gleich zehn neue Moderatoren ausgebildet. Jetzt geht es dort richtig los.

Die Stadt Saalfeld in Thüringen steht Pate für eine solche Entwicklung. Eine filmische Dokumentation verdeutlicht dies. Hier wurden in den Jahren 2007 und 2009 gleich 60 Moderatoren (in 12,5 Tagen mit 120 Stunden) aus den Bereichen Jugendarbeit, Schule, Kindertagesstätten, Bürgerfernsehen und Verwaltung ausgebildet. Hier heißt es „Kommunen im Wandel – Partizipation und Neue Lernkultur – lernende Kommune Saalfeld – mitWirkung!“ Vier tagelang besuchten so auch die neuen Moderatoren aus Schleswig-Holstein ihre Kollegen in Saalfeld (siehe auch Jugend in Saalfeld).

Prof. Dr. Raingard Knauer von der Fachhochschule Kiel, rief den Gefeierten in einer kurzen Würdigung zu „Partizipation braucht Fachkompetenz. Partizipation braucht Sie!

Partizipation braucht Sie! Foto Andreas Schönefeld

Raingard Knauer war eine der Partizipationspioniere und Entwickler des Modellprojektes „Kinderstube der Demokratie“ (2001-2003). Demokratie kann schon in Kindertagesstätten geübt werden. Nun warf sie die Frage auf, ob wir nicht auch für Schulen und Jugendeinrichtungen spezielle Moderatorenausbildungen brauchen?

Prof. Dr. Raingard Knauer, Foto Andreas Schönefeld

Auf den Treffen geht es viel um Austausch, Informationen und solche Fragen.

In Schleswig-Holstein gibt es schon viele Versuche und Erfolge, zum Beispiel der „Kinder- und Jugendbeirat“ in Ahrensburg. Er hat mittlerweile seine 4. Nachtrags- bzw. Änderungssatzung. Jugendliche, die ehemals im Kinder- und Jugendbeirat (überparteilich organisiert) saßen, sitzen heute für alle Parteien im kommunalen Parlament. Betreut wird der Kinder- und Jugendbeirat durch die neue Jungmoderatorin Daniela Gonser.

Arne Stickrodt, Bildungsreferent des Kreisjugendringes des Herzogtum Lauenburgs, auch neu als Moderator ausgezeichnet, berichtete über sein Praxisprojekt das „Stadtspiel 2011 Tillhausen“ in Mölln. 300 Kinder, leben, gestalten und erfahren Demokratie 10 Tage lang in zwei großen Zeltstädten von „Tillhausen“, 150 Ehrenamtlichen sind beteiligt.

Eine dritte Zertifizierte, Irmgard Nitschke aus Kaltenkirchen, betreut dort als Verwaltungsangestellte die Jugendstadtvertretung, die es seit 2007 gibt. Deren Satzung wurde ein Jahr lang entwickelt. Es gibt 18 Sitze, an jeder der sechs Schule in Kaltenkirchen gibt es Wahlen, eine Wahlgruppe, für Schüler, die auf auswärtige Schulen gehen oder Auszubildende existiert eine weitere Wahlgruppe. Die Schulen unterstützen und profitieren selbst von dieser aktiven Demokratiepflege.

Carsten Roeder stellte das Verwaltungshandbuch Kinder- und Jugendbeteiligung Flensburg vor, dessen Entstehung er zusammen mit seiner Kollegin Steffi Holzmann im Jahre 2008 moderierte. Ein Qualitätszirkel aus allen Abteilungen prüfte alle Verwaltungsprodukte (über 350) auf deren Notwendigkeit von Nicht-Beteiligung, Transparenz, Mitwirkung oder Mitbestimmung durch Kinder und Jugendliche.

Carsten Roeder, Moderatorenausbilder, Mitglied der Lenkungsgruppe des bundesweiten Netzwerkes Kinder- und Jugendbeteiligung und verantwortlich für Kinder- und Jugendbeteiligung in Itzehoe, empfahl:
1. in den Kommunen sollte es in allen Verwaltungsabteilungen Verantwortliche geben für Beteiligung.
2. Sie könne hoch angesiedelt sein beim Bürgermeister oder alternativ in einem Kinder- und Jugendbüro verantwortet werden.
3. Eine Fachberatung sollte der Verwaltung zur Seite stehen.
4. Es gälte Prioritäten zu setzen, denn alles könne man nicht gleichzeitig machen.
So gäbe es in Itzehoe einen Check, der das Beteiligungspotential vorab prüfe. Projekte ohne große Beteiligungsmöglichkeiten würden nicht durchgeführt.

Der in Schleswig-Holstein hochgeschätzte Kommunalberater, Klaus-Dieter Dehn, Verfasser kommunalrechtlicher Kommentierungen zum Beispiel zur Gemeindeordnung SH, zitierte gleich deren §1 „… Gemeinden … handeln zugleich in Verantwortung für zukünftige Generationen“. Die Landesverfassung definiere in „§6a Schutz von Kindern und Jugendlichen“ ein Staatsziel. Und die Kommunen hätten im §47f der Gemeindeordnung die zwingende Vorschrift, Kinder- und Jugendliche zu beteiligen. Dies umfasse Planungen und Vorhaben zum Beispiel in den Bereichen Sport, Schulentwicklung, Verkehrsplanung, aber auch Bauleitplanungen. Er appellierte an die versammelten „Lobbyisten“, fordern sie Kinder- und Jugendbeteiligung ein, nicht um der Form wegen, sondern „um der Sache wegen!

Klaus Meeder aus dem Sozialministerium, hält die Fahne der Partizipation seit Beginn an in Schleswig-Holstein hoch. Bei ihm laufen die Fäden zusammen. Er ist so etwas wie die gute Seele. Am Ende des Treffens erhielt er von den Teilnehmern symbolische, kleine Geschenke des Dankes und starken, anhaltenden, stehenden Applaus.

„Unsere Vision ist eine selbstverständliche Beteiligungskultur in allen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen sowie eine demokratische Gesellschaft, die allen Generationen ermöglicht, sich Beteiligungskompetenz anzueignen und sich aktiv einzubringen.
Um dieser Vision näher zu kommen, setzen wir uns dafür ein, dass …
… die Rechte von Kindern und Jugendlichen, sich an allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen, gesetzlich in Bund, Ländern und Kommunen verankert sind.
… Partizipation ein Qualitätsmerkmal in allen Planungs- und Entscheidungsprozessen ist.
… die verankerten Rechte von Kindern und Jugendlichen, sich zu beteiligen, realisiert sind. Dazu gehören die Bereitstellung von Fachkräften, finanzielle Ressourcen sowie der erklärte Wille von Entscheidungsträgerinnen und -trägern.
… Beteiligungsprozesse altersgerecht und zielgruppenbezogen gestaltet sind.
… Menschen für Beteiligungsprozesse qualifiziert werden.
… Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts-, und Lebensform für alle Altersgruppen erlebbar gestaltet ist.“

(aus: „Netzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung“, unterstützt durch das Deutsche Kinderhilfswerk e.V.)

Siehe auch: Kinder- und Jugendbeteiligung. Ein demokratiepolitischer Versuch.
Und: Was ist Kinder- und Jugendbeteiligung. Was passioert in Niebüll?

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