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Eigenes Gemüse – ganz einfach – fast überall: Quadratgärtnern

Eigenes Gemüse – ganz einfach – fast überall: Quadratgärtnern

Ein kleiner Artikel von Marko Heckel hat mich angespornt. Das wollte ich gerne sofort ausprobieren.

Gärtnern nach einem ganz einfachen System. Gemüsebeete teilt man in Quadrate (30×30 Zentimeter) auf. In jedem Quadrat wird nur ein Gemüse, eine Kräuterart ausgesät oder angepflanzt. So kann man seine Erfolge sofort erkennen und nachpflanzen, wenn nötig, oder im Frühjahr wechseln. Zur Abgrenzung kann man Holzleisten über Kreuz zusammen nageln, schrauben oder tackern und einfach auf die Erde legen. Auf den Leisten habe ich mit einem wasserfestem Stift den Namen der Gemüseart geschrieben. Einen Lageplan habe ich vorsichtshalber auch gemacht. Der Trick bei der Sache ist das Muster mit den kleinen intensiv genutzten Quadraten. Das macht richtig Spaß.

Marko Heckel schreibt: Ein Minigarten von 1,20 mal 1,20 Meter könne bei drei bis vier Ernten eine Person im Jahr mit Gemüse versorgen.
Sehr hilfreich finde ich seinen Pflanztipp: “Die 16 Quadrate werden unterschiedlich und dicht bepflanzt oder in Einzelkornaussaat besät. Je Quadrat beispielsweise vier Kohlrabi, ein Brokkolii, vier Mangold, ein Blumenkohl, vier Sellerie, 16 Radieschen, neun Buschbohnen, 16 Porree, 16 Zwiebeln, neun Spinat, eine Kartoffel. An der sonnenabgewandten Nordseite wachsende und kletternde Pflanzen, etwa eine Tomate, acht Stangenbohnen, ein Kürbis mit Klettergerüst, acht Erbsen, ein Mais.”

Im Kindergarten Bunte Welt habe ich diese Art des Gärtnerns in diesem Frühjahr mit den Kindern begonnen. Das früher erbaute Hochbeet haben wir in zehn Felder aufgeteilt (siehe Fotos).


Dort wächst und gedeihen nun Kartoffeln, Kresse, Kapuzinerkresse, Dill, Salbei, Minze, Petersilie, Radieschen, Salat und Schnittlauch. Wir naschen oft jeden Tag ein bißchen und verbrauchen das Gemüse und die Kräuter beim wöchentlichen Kochen in diesem “Herzgarten”. Auf den Fotos sind zwei Felder frei, dort haben wir Radieschen und Salat nachgesät.

Das Tolle ist, Quadratgärtnern geht auch auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Hinterhof, auf dem Dach. Ich finde, es ist eine wunderschöne Art, selbst wieder einen Teil seiner Lebensmittel herzustellen. Es macht Spaß, jeden Tag zuzuschauen. Man mehr Lust am Kochen und Essen. Die Idee wurde in den USA/Utah von Mel Bartholomew entwickelt. Er schrieb 2006 (Brentwood) das Buch: New Square Foot Gardening.

Den Artikel über diese Art des Gärtnerns fand ich in einem kleinen Bändchen, das ich auch sonst sehr empfehlen kann: “50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Gesellschaft zu verändern“, Hg. Ines Pohl, Westend Verlag 2011, zu bestellen für 12,95 Euro über den taz-shop

Andreas Schönefeld
siehe auch Artikel über Interkulturelle Gärten
sehr spannend auch Film-Interview mit Marko Heckel über Terra Preta

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